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Streunerkatzen - Kastrationsprojekt 2022


erstellt am 02. Dezember 2021
©Pixabay
Wie bereits in den vergangenen Jahren wird auch für das Jahr 2022 das Projekt zur Förderung der Kastration von Streunerkatzen/-kater vom Land NÖ weitergeführt.

Jede/r Katze/Kater, welche/r Freigang hat, unterliegt der Kastrationspflicht, soweit sie/er nicht als Zuchtkatze/kater mittels Chip gekennzeichnet und in der Heimtierdatenbank registriert ist. Die Kastration ist vom Halter eines Tieres, also jener Person, die ständig oder vorübergehend für ein Tier verantwortlich ist oder ein Tier in ihrer Obhut hat, durchführen zu lassen.

Aufgrund verschiedener Umstände gibt es aber immer wieder Katzen/Kater, welche nicht einer Person als Halter zugeordnet werden können, aber in einem Gemeindegebiet einen dauerhaften Aufenthalt gefunden haben. Diese Tiere sollen zur Vermeidung einer unkontrollierten und mit viel Leid verbundenen Vermehrung kastriert werden.

Das Einfangen bedeutet gerade für diese oftmals sehr scheuen Tiere massiven Stress und sollte nur, wenn unbedingt notwendig, erfolgen. Die Kennzeichnung am Ohr ermöglicht es bereits von Ferne zu erkennen, dass das Tier kastriert wurde und somit nicht mehr eingefangen werden muss.

Tipps zum Katzenfangen:
Ergänzend wird auf die Praxis des Ear-Tippings verwiesen, wonach bereits kastrierte Katzen und Kater durch eine Abschrägung an einer Ohrspitze erkannt werden können.

Vorgangsweise erstellt von „Vier Pfoten“:

Werden Streunerkatzen regelmäßig gefüttert:
  • 24 Stunden vor dem Fangen nicht füttern: Am betreffenden Tag und auch an den Tagen davor die Streunerkatzen nicht oder nur wenig füttern. So bleiben die Katzen hungrig und sind eher geneigt, in eine Falle zu steigen, um an das dort als Köder platzierte Futter zu gelangen.
  • Falle richtig aufstellen: Am Fangplatz angekommen ist es wichtig, die der Situation entsprechenden Fallen aufzustellen. Dabei ist wichtig, dass sie möglichst eben stehen und sich nicht bewegen, sobald sie betreten werden. Je nach Intuition und Erfahrung von Fütterern und FängerInnen werden sie mit einigen Tropfen Baldrianlösung präpariert und abgedeckt oder unbedeckt gelassen, was auch situationsabhängig (Fangen bei Regen oder über Nacht) ist.
  • Futter in die Falle stellen: Hinter den Auslöser wird ein Schälchen mit einer kleinen Menge Katzenfutter gestellt, manchmal ergänzt durch besondere „Leckerbissen“ wie Leber, Wurstreste, Thunfisch oder gekochtes Hühnerfleisch. Anschließend wird die Falle scharf gestellt.
Um die Katzen zum Futter und damit zum Auslöser der Falle (bzw. bei manuell zu betätigenden Fallen in sichere Distanz zum Schließmechanismus) zu locken, wird eine Spur aus kleinen Futterbrocken vor und in die Falle gelegt.
  • Fangmöglichkeiten je nach Fallentyp: Manuelle Fallen (wie etwa die sogenannte Drop Trap) müssen permanent beobachtet und dabei die Schnur des Auslösers gespannt gehalten werden. Bei automatischen Fallen wird regelmäßig Nachschau gehalten. Solange die FängerInnen in der Nähe sind, können sie das laute Zuschlagen der Fallentür kaum überhören. Wird von einer Person an zwei Plätzen zugleich oder über Nacht gefangen, erfolgt die Kontrolle nach der Rückkehr zum Fangplatz. Wenn nur die Spur, aber nicht das Futter gefressen wurde oder die Falle gar nicht bzw. nicht rechtzeitig auslöste, wird sie, evtl. an einer anderen Stelle, erneut präpariert.
  • Umsetzen der Katze in die Transportbox: Wurde eine Katze erfolgreich gefangen, wird die Falle, sofern sie nicht ohnehin mit einer Abdeckung versehen ist, zunächst mit einem Tuch zugedeckt. Die meisten Katzen beruhigen sich dadurch sehr schnell, selbst wenn sie vorher noch tobten und sich zu befreien versuchten. Anschließend wird die Falle möglichst schnell weggetragen und so dem Blick evtl. anwesender anderer Katzen entzogen.
Wenn vorhanden, wird das Tier nun in einen Metalltransporter, dessen Plexiglasboden entfernt wurde, umgesetzt. Dazu werden Falle und Transporter mit den Türen aneinander gestellt, vor dem Wegrutschen gesichert und dann gleichzeitig geöffnet. Um die Katze dazu zu bringen, sich in den Transportkäfig zu bewegen, kann es hilfreich sein, diesen ebenfalls abzudecken und die Abdeckung der Falle zu entfernen.
Weiters dabei behilflich ist oft, das Tier sanft anzublasen, oder mittels kleiner Äste zum Vorwärtsgehen zu animieren. Außerdem gilt es, sich in Geduld zu üben.
  • Überprüfung des Zustandes der Katze: Befindet sich die Katze im Metallkäfig, wird dieser hochgehoben und der Bauch des Tieres betrachtet und evtl. auch abgetastet. Anhand von Form und Zustand der Zitzen wird entschieden, ob die Katze noch säugt. Sind die Zitzen klein und hart, weil mit Milch gefüllt, und tritt Milch beim Drücken aus, säugt die Mutterkatze erst kurz, und sie muss umgehend wieder freigelassen werden, um ihren Nachwuchs nicht zu gefährden.
Je länger die Katze säugt, desto größer werden die Zitzen und desto geringer ist die Gefahr, dass die Welpen verhungern, während die Mutterkatze operiert wird, da sich die Abstände zwischen einzelnen Saugvorgängen deutlich vergrößern. Gegen Ende der Säugeperiode, wenn die Welpen bereits in der Lage sind, feste Nahrung aufzunehmen, hängen die Zitzen schlaff.

Bei manchen weiblichen Katzen ist am Bauch die Operationsnarbe der Kastration zu sehen, auch diese werden gleich wieder freigelassen. Handelt es sich um einen Kater, können oft die Hoden erkannt werden und das Tier somit als nicht kastriert eingestuft werden.
  • Überprüfung des Chip: Anschließend werden die Tiere, die nicht gleich wieder freigelassen werden, in einen Transporter aus Holz oder Kunststoff umgesetzt, d.h. oben beschriebene Prozedur wird wiederholt. Wenn noch nicht klar ist, ob die Katze unkastriert ist, wird nun versucht, mittels Chiplesegerät einen Transponder aufzuspüren. Oft braucht es mehrere Versuche, diesen zu finden. Wird ein solcher gefunden, wird die Nummer notiert und das Tier in Freiheit entlassen.
Auch wenn ein Microchip nicht unbedingt besagt, dass besagtes Tier kastriert wurde, so ist in den allermeisten Fällen doch davon auszugehen.
  • Transport zum Tierarzt: Ist das Tier mit hoher Wahrscheinlichkeit noch nicht kastriert, wird der Transportkorb zugedeckt, in den Laderaum des Transportfahrzeugs gestellt und zur Tierarztpraxis gebracht.
  • Ausnüchterung und Wiederfreilassung: Um sicher zu gehen, dass die Katzen nach der Narkose wieder bei vollem Bewusstsein sind, werden sie erst 12 Stunden nach der Kastration wieder freigelassen. Diese Zeit verbringen sie im Transportbehältnis, entweder in der Tierarztpraxis, wo dies möglich ist, oder in einem anderen, abgedunkelten, ruhigen Raum. Streunerkatzen werden an dem gleichen Ort wo sie eingefangen wurden, wieder freigelassen.

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