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Marktgemeinde Loosdorf

Die „Hohe Schule“
Ein ganz besonderes Anliegen der Protestanten war in der Reformationzeit die Schule und die Ausbildung der Jugend. Nach einem Aufruf Martin Luthers "an die Ratsherrn aller Städte deutschen Landes, daß sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen" setzte eine Reform und Weiterentwicklung sowohl des niederen als auch des höheren Schulwesens ein. So nahm sich der Besitzer auf der Schallaburg, Hans Wilhelm von Losenstein, der Bildung an und gründete und erbaute in Loosdorf kurz nach 1570 ein Gymnasium als Ausbildungsstätte junger Adeliger, aber auch zur Heranbildung von Lehrern und Predigern aus den unteren Ständen. Mit Unterstützung der protestantischen Stände stieg die Schule zur offiziell anerkannten Landschaftsschule auf. Von Loosdorf weg zogen die jungen Adeligen mit begleitenden Lehrern (Präceptoren) auf Kavalierstour an die Universitäten in Deutschland und Italien.
Die Schule kam durch den katholischen Gegendruck von landesfürstlicher Seite in finanzielle Schwierigkeiten und musste 1627 nach der Ausweisung aller evangelischen Schulmeister und Prediger geschlossen werden. Kurz darauf wurde die bis heute so genannte "Hohe Schule" mit einem Freibrief verkauft, hatte in den folgenden Jahrhunderten alle möglichen Funktionen - vom Wohnhaus, zum Kaufhaus bis zum landwirtschaftlichen Betrieb. Der Wert des Gebäudes liegt heute weniger in seiner kunsthistorischen, sondern in seiner kulturhistorischen Bedeutung: Es ist eines der ganz wenigen, vielleicht sogar das einzige in Niederösterreich, das im 16. Jahrhundert als Schulgebäude geplant und errichtet worden war und sich bis heute in seiner Bausubstanz erhalten hat.

Pfarrer Balthasar Masko schrieb 1574 im Auftrag von Hans Wilhelm von Losenstein eine Loosdorfer Schulordnung nach der Vorlage bedeutender Pädagogen. In dem kleinen Büchlein wird die Bedeutung der Bildung und ordentlichen Erziehung der Jugend als Pflicht der geistlichen und weltlichen Obrigkeit betont. Es folgen die Aufgaben der Lehrer und Schulmeister, der detaillierte Lehrplan für die vier Klassen - eine fünfte wurde bereits eingeplant. Zu den alten Fächern Latein, Griechisch, Musik, Dialektik, Rhetorik, Poetik, und Arithmetik gab es die Geschichte (Chronologie), einen philosophischen Einführungsunterricht und sogar etwas Hebräisch als Vorbereitung für das Universitätsstudium. Besondere Aufmerksamkeit galt der täglichen Bibellesungen, den verschiedenen religiösen Übungen, Gesängen und Gebeten in der neu erbauten Pfarrkirche. Mit Hinweisen auf das ständige Wiederholen des Stoffes, über das Führen der Hefte, auf Halbjahres- und Abschlussprüfungen, die Bestrafung schlechter und disziplinloser Schüler sowie auf die Verpflichtung, einige Freiplätze für arme Schüler zu schaffen, endet der deutsche Text der Schulordnung. Zum Abschluss folgen die eigentlichen Schulgesetze, getrennt für Lehrer und Schüler. Eine begrenzte Schülerselbstverwaltung, Belobigungen und Auszeichnungen, die Auswahl besonders geeigneter Lehrerpersönlichkeiten sollten den Schulerfolg garantieren. Die "Loßdorffische Schulordnung" bringt ein sehr anspruchsvolles Programm mit sehr modernen Hinweisen zur Didaktik und Methodik des Unterrichts.
Ein Nachdruck der Schulordnung, die weltweit nur mehr in drei Exemplaren vorhanden ist, ist auf dem Marktgemeindeamt zu einem sehr günstigen Preis erhältlich.

Standort: BM Markus Kirchberger, Alter Rathausplatz 13



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